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Schläger raus, Würde weg: das erste semi PingPong Turnier

Was als entspannter Firmenabend angekündigt war, entwickelte sich am 17. September 2026 erstaunlich schnell zu einer Mischung aus sportlichem Ehrgeiz, Psychospielchen und der Erkenntnis, dass manche Kollegen Niederlagen deutlich schlechter verarbeiten als unbeantwortete E Mails.

Basel, Zürich und ein bisschen Konfliktprävention

Austragungsort des ersten semi PingPong Turniers war das Volta Pong an der Voltastrasse 30 in Basel. Für die notwendige Energieversorgung abseits der Tischtennistische sorgte das Voltabräu im selben Gebäude mit Speis und Trank.

Auf Alkohol wurde weitgehend verzichtet. Mit Cyril und Nic waren schliesslich auch zwei Zürcher angereist. Angesichts des historisch sensiblen diplomatischen Verhältnisses zwischen Basel und Zürich wollten wir kein unnötiges Risiko eingehen. Konfliktprävention wird bei semi eben ernst genommen.

Pünktlichkeit können wir

Treffpunkt war um 17.55 Uhr und tatsächlich waren alle pünktlich. Für ein Schweizer Unternehmen eigentlich selbstverständlich, für einen Firmenanlass trotzdem erwähnenswert.

Um 18.20 Uhr startete das Turnier dann ebenfalls planmässig. Zwei Tische waren für den offiziellen Wettbewerb reserviert, auf zwei weiteren durfte nebenbei frei gespielt werden. Zumindest laut Plan. In der Realität stellte sich relativ schnell heraus, dass auch ein angebliches Just for Fun Match bei semi ungefähr so lange Just for Fun bleibt, bis jemand den ersten Punkt verliert.

Zwölf Spieler, vier Gruppen und erste beschädigte Egos

Im offiziellen Turnier gingen zwölf Spieler in vier Dreiergruppen an den Start.

Gruppe A

In Gruppe A setzte sich Nic Andres mit zwei Siegen durch. Joël Eichenberger sicherte sich Rang zwei und damit ebenfalls den Einzug in die Finalrunde.

Gruppe B

Gruppe B gehörte Onur Seyvan, der beide Gruppenspiele gewann. Erich Klauwers folgte ihm ins Viertelfinale.

Gruppe C

In Gruppe C blieb Mike Klauwers ohne Niederlage, während Remo Trummer den zweiten Platz belegte.

Gruppe D

Und dann war da noch Gruppe D. Cyril Wenger gewann beide Partien und zeigte bereits früh, dass die Anreise aus Zürich offenbar nicht nur zum Abendessen erfolgt war. Danilo Kuhl folgte auf Rang zwei.

Nach zwölf Gruppenspielen war damit klar, wer weiter um den Titel kämpfen durfte und wer sich ab sofort wieder auf die wesentlich entspannteren Tische drei und vier konzentrieren konnte.

Just for Fun wurde relativ frei interpretiert

Während auf den Turniertischen um den Einzug in die nächste Runde gespielt wurde, liefen daneben weitere Matches. Theoretisch ohne Wertung. Praktisch hatte offensichtlich niemand den Beteiligten erklärt, was genau mit dem Begriff Just for Fun gemeint war.

Es wurde gerannt, gehechtet und um Bälle gekämpft, die vernünftige Menschen vermutlich einfach verloren gegeben hätten.

An dieser Stelle kommt leider auch der Autor dieses Textes ins Spiel. Für einen Ball wurde voller Einsatz gezeigt. Sehr voller Einsatz.

Der Ball konnte möglicherweise gerettet werden. Die eigene Würde eher nicht. Dank der hohen fotografischen Einsatzbereitschaft der Kollegen existiert der Moment selbstverständlich in Bildform. Denn wahre Teamarbeit bedeutet, einem gestürzten Kollegen nicht aufzuhelfen, bevor ausreichend Beweismaterial vorhanden ist.

Körperliche Schäden blieben überschaubar. Über den Zustand des Egos liegen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine abschliessenden medizinischen Erkenntnisse vor.

Jetzt wurde es ernst

Ab dem Viertelfinale reichte ein guter Lauf nicht mehr. Gespielt wurde im K.O. Modus. Nic setzte sich gegen Erich durch, Onur bezwang Joël, Danilo zog gegen Mike ins Halbfinale ein und Cyril gewann gegen Remo.

Im ersten Halbfinale traf Nic auf Danilo und gewann in zwei engen Sätzen mit 11:6 und 12:10. Auf dem zweiten Tisch entwickelte sich zwischen Onur und Cyril das längste Halbfinale des Abends. Cyril gewann den ersten Satz mit 11:4, Onur schlug mit 11:8 zurück und der Entscheidungssatz ging bis weit über die regulären elf Punkte hinaus. Am Ende setzte sich Cyril mit 14:12 durch.

Währenddessen entwickelte Onur allerdings noch eine zweite Karriere. Mit Kommentaren, Moderation und ausreichender verbaler Präsenz qualifizierte er sich zwar nicht für das Finale, dafür später offiziell als Sieger der Herzen.

Basel gegen Zürich, zumindest fast

Das Finale hätte aus Basler Sicht durchaus angenehmer besetzt sein können. Mit Nic Andres und Cyril Wenger standen am Ende ausgerechnet unsere beiden Zürcher im Endspiel. Damit waren sämtliche vorherigen Deeskalationsmassnahmen plötzlich nahezu bedeutungslos.

Cyril startete stark und gewann den ersten Satz mit 11:4. Im zweiten Satz wurde es deutlich enger. Nic hielt dagegen und zwang das Spiel bis zum 12:12. Die Entscheidung fiel schliesslich mit 14:12 zugunsten von Cyril.

Damit stand fest: Der erste semi Tischtennis Champion heisst Cyril Wenger. Und weil ein normaler Turniersieg offenbar nicht genügte, blieb er über den gesamten Abend auch noch ungeschlagen.

Nic sicherte sich damit Platz zwei. Im Spiel um Platz drei setzte sich Danilo Kuhl gegen Onur durch und komplettierte das Podest.

Irgendwann musste auch gegessen werden

Zwischen Gruppenspielen, Finalrunde und persönlichen Fehden blieb glücklicherweise genügend Zeit für den gesellschaftlich weniger gefährlichen Teil des Abends.

Bei Essen und Getränken vom Voltabräu wurde geredet, gelacht und vermutlich die eine oder andere Niederlage noch einmal taktisch neu interpretiert. Wie bei Firmenevents üblich, wurden im Laufe des Abends zudem immer mehr Geschichten erzählt, die am folgenden Arbeitstag entweder deutlich anders wiedergegeben oder vollständig abgestritten werden.

Beweismaterial in Form zahlreicher Fotos ist allerdings vorhanden. Das macht die juristische Ausgangslage für einige Beteiligte schwierig.

Ein Titel, ein Sturz und viele Gründe für eine Wiederholung

Am Ende nahm Cyril nicht nur den Titel, sondern auch die vermutlich prestigeträchtigste Urkunde seiner bisherigen Karriere mit nach Hause. Nic sicherte sich Platz zwei, Danilo Platz drei und Onur immerhin die Herzen auf seiner Seite. Einige entdeckten bislang unbekanntes Tischtennistalent. Andere entdeckten hauptsächlich den Boden des Volta Pong.

Viel wichtiger war aber, dass aus einem internen Turnier ein richtig guter gemeinsamer Abend wurde. Es wurde gespielt, diskutiert, gegessen, gelacht und stellenweise deutlich mehr Ehrgeiz entwickelt, als im Vorfeld irgendjemand zugeben wollte.

Der erste semi Tischtennis Champion steht damit fest und nach diesem Abend dürfte ebenfalls klar sein, dass es nicht das letzte Turnier gewesen sein wird.

Bis dahin bleibt genügend Zeit zum Trainieren. Oder zum Erfinden glaubwürdiger Ausreden.